Archiv für den Monat: Januar 2021

NABU: Deutschlands Wintervögel werden wieder gezählt

Vom 8. bis zum 10. Januar zählt ganz Deutschland wieder Vögel: Die „Stunde der Wintervögel“ wird bereits zum elften Mal vom NABU organisiert. Vogelfreund*innen sind dazu aufgerufen, eine Stunde lang alle Vögel von Wohnung, Haus oder Garten aus zu erfassen und zu melden. „Damit kann jede und jeder mithelfen, eine detaillierte Momentaufnahme der Vogelwelt in unseren Städten und Dörfern zu ermöglichen“, so Malte Siegert, 1. Vorsitzender des NABU Hamburg. „Die so erfassten Daten tragen dazu bei, unsere heimischen Vögel besser zu schützen.“ Die „Stunde der Wintervögel“ ist die größte wissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands. 2020 hatten sich an der Aktion mehr als 143.000 Menschen beteiligt, davon 2.424 allein in Hamburg.

Traditionell bietet der NABU Hamburg am Aktionswochenende zahlreiche vogelkundliche Führungen in und um Hamburg an. Aufgrund der Corona-Pandemie können diese Termine im Januar 2021 leider nicht stattfinden. „Aber Vögel beobachten und zählen geht natürlich“, betont Marco Sommerfeld, Vogelexperte des NABU Hamburg. Experten des NABU konnten anhand der langjährigen Zählung nachweisen, dass die winterlichen Vogelzahlen in den Gärten stark von der Witterung abhängen. In kalten und schneereichen Wintern kommen deutlich mehr Vögel in die Nähe der Menschen. Die lange Reihe zunehmend milder Winter führte zuletzt zu sinkenden Wintervogelzahlen.

„Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Winter der Blaumeise“, so Marco Sommerfeld, „Im vergangenen Frühjahr war in weiten Teilen Deutschlands eine vom Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöste Epidemie aufgetreten, der Tausende Vögel dieser Art zum Opfer fielen.“ Bei der jüngsten großen Vogelzählung, der „Stunde der Gartenvögel“ im vergangenen Mai, wurden entsprechend weniger Blaumeisen beobachtet. Für die Experten ist es spannend herauszufinden, ob dieser Effekt auch im Winter noch spürbar ist.

Dass die winterlichen Gartenvögel zu den beliebtesten Vogelarten Deutschlands gehören, zeigt der aktuelle Zwischenstand bei der ersten öffentlichen Wahl zum Vogel des Jahres. Mit Stadttaube, Rotkehlchen, Amsel und Haussperling stehen allein vier Wintervögel in den Top Ten. Auch die Blaumeise auf Rang elf und der Star auf Rang 14 haben noch gute Chancen auf die Stichwahl, die unter den zehn ersten Plätzen stattfindet. Schon weit über 100.000 Menschen haben bisher ihren gefiederten Favoriten nominiert. Noch bis zum 15. Dezember kann jeder seine Stimme bei der Vorwahl abgeben. Nach der Stunde der Wintervögel beginnt dann ab dem 18. Januar die Hauptwahl unter den Top Ten.

Mitmachen bei der Stunde der Wintervögel ist ganz einfach: Jeder kann eine Stunde lang die Vögel am Futterplatz, vom Garten, Balkon oder Fenster aus oder im Park zählen und dem NABU melden. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können unter www.NABU.de/onlinemeldung bis zum 18. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet. Auch über die NABU-App „Vogelwelt“ (Download unter www.NABU.de/vogelwelt) kann gemeldet werden.

Die Schulstunde der Wintervögel findet vom 11. bis 15. Januar statt. Die Klassen und Gruppen können an der NABU-Vogelzählung teilnehmen und ihre Zählergebnisse bis 18. Januar einsenden oder unter www.NABU.de/onlinemeldung eingeben. Unter allen Einsendungen verlost die NAJU tolle Preise. Alle Infos, Materialien und Aktionsideen: www.NAJU.de/sdw.

Infos zur Aktion unter www.stundederwintervoegel.de

Komplette Barrierefreiheit rund um die Impfung

Mit dem Einrichten der Corona-Impfzentren beginnt ein neuer Abschnitt im Kampf gegen diese Pandemie: „Alle müssen dazu ins Boot geholt werden. Dafür ist es notwendig, dass alle Hamburger*innen gleichberechtigt den Zugang zu den Impf-Informationen und zum Impfzentrum bekommen“, sagt Wicher.

Barrierefreiheit bedeute nicht nur, baulichen Voraussetzung zu schaffen, sagt Wicher: „Es ist selbstverständlich, dass Menschen mit Behinderung oder sonstigen körperlichen Einschränkungen die Gebäude problemlos betreten können. Aus meiner Sicht beinhaltet die Forderung nach Barrierefreiheit aber deutlich mehr: Für diese Menschen muss es Informationsmaterial in Leichter Sprache geben, Erklär-Videos sollten mit Untertiteln, Gebärdensprache und Audiodeskription versehen werden.“

NABU bittet um erhöhte Aufmerksamkeit

Der NABU Hamburg bittet derzeit um besondere Rücksicht auf Fledermäuse, die Holzstapel im Freien als Winterquartiere nutzen. Vor allem im Kaminholz wird es für die Tiere gefährlich, sobald dieses verfeuert wird: Aufgrund ihrer Winterstarre haben Fledermäuse dabei keine Chance zu entkommen oder sich bemerkbar zu machen. Manchmal fallen die reglosen Tiere beim Entnehmen des Holzes auch zu Boden und werden für tot gehalten, was in der Regel jedoch nicht der Fall ist.

Bei der NABU-Fachgruppe Fledermausschutz gingen in den letzten Tagen bereits mehrere Anrufe ein, die Fledermausfunde in Holzstapeln meldeten. Gruppenleiter Alexander Heidorn befürchtet jedoch, dass dies nur die Spitze des Eisberges sei. „Vermutlich werden viele schlafende Tiere gar nicht bemerkt und finden so ein grausames Ende im Kamin“, so der Fledermausexperte. Besonders gefährdet ist etwa die Rauhautfledermaus, die sich gern im Inneren eines Stapels an das Holz klammert und als kleines braunes Tier kaum wahrgenommen wird.

Der NABU bittet aus diesem Grund vor allem Kaminbesitzer*innen, beim Holzholen genauer hinzuschauen. Wer derzeit eine Fledermaus findet, die aus dem Winterschlaf gerissen wurde, sollte sich unbedingt an die eigens dafür geschaltete Notfall-Hotline des NABU Hamburg unter Tel. 0700/35333762 (Hauptzeit: 0,12 €/Min., Nebenzeit: 0,06 €/Min) wenden. Die ehrenamtlichen Fledermausexperten geben hier Tipps und organisieren bei Bedarf auch die Abholung des pflegebedürftigen Tieres. Weitere Informationen rund um den Fledermausschutz in Hamburg gibt es unter: www.NABU-Hamburg.de/fledermausschutz

Der Schlafmohn ist die Giftpflanze des Jahres 2021

Zum 17. Mal gibt der Botanische Sondergarten Wandsbek das Ergebnis der Wahl zur „Giftpflanze des Jahres“ bekannt. Im Gegensatz zu anderen Nominierungen im Bereich „Natur des Jahres“ kann jede und jeder Interessierte Kandidaten vorschlagen und sich an der Abstimmung beteiligen.

Am 15. Dezember 2020 endete die 200-tägige Abstimmung. Der Schlafmohn ging daraus als Sieger hervor. So trugen 34,9 Prozent, gleich 375 der 1074 gültigen Stimmzettel, den Namen des Schlafmohns. Die Wahlbeteiligung lag bei diesem Durchgang leider unter dem Durchschnitt (1570 Stimmen). Dies ist auf die Corona-Pandemie zurückzuführen. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen fanden kaum Präsenzveranstaltungen statt, bei denen auf die Wahl hingewiesen hätte werden können.

Die weiteren Plätze verteilen sich wie folgt:

  1. Platz: Stechapfel Datura stramonium 239 Stimmen (22,3 %)
    3. Platz: Rhododendron Rhododendron sp. 163 Stimmen (15,2 %)
    4. Platz: Efeu Hedera helix 158 Stimmen (14,7 %)
  2. Platz: Seerose Nymphea alba 139 Stimmen (12,9 %)

Ziel der Aktion war und ist, dass sich Menschen kritisch mit dem Thema »Giftpflanzen« auseinandersetzen, Fragen stellen und sie ggf. auf die giftige Wirkung einiger Pflanzen aufmerksam gemacht werden. Pflanzen mit giftigen Inhaltsstoffen haben keinen Makel, daher sollten sie grundsätzlich nicht aus den Gärten und der Natur entfernt werden.

Über die Giftpflanze des Jahres 2021: Der Mohn bzw. Schlafmohn wurde zur Giftpflanze des Jahres 2021 gewählt.
Wenn der Mohn genannt wird, wird dieser oft mit Drogen, Rauschgift oder Opium assoziiert und erst mit dem zweiten Gedanken mit Mohnkuchen oder Mohnbrötchen. Es ist jedoch die gleiche Pflanze, die die „Rohstoffe“ liefert: der Schlafmohn (Papaver somniferum). Der Milchsaft, der durch Einritzen der Saatkapseln austritt, enthält Opiumalkaloide. Die Saatkörner, die sich in dieser Kapsel befinden, sind jedoch so gut wie frei von diesen Alkaloiden. Sogar Kinder können bedenkenlos diese Saatkörner verzehren. So ist es nur natürlich, dass eine Vielzahl von Kuriositäten rund um den Schlafmohn kursiert. Diese wollen wir auf dieser Internetseite und mit der Wahl des Schafmohns zur Giftpflanze des Jahres ins richtige Licht rücken.

Weitere Informationen sind unter www.hamburg.de/wandsbek/giftpflanze-des-jahres/ verfügbar.

Erste Hilfe bei Vergiftungen: Bei dem geringsten Verdacht einer Vergiftung wird dringend empfohlen, sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben. Auch die Giftinformationszentralen sind kompetente Ansprechpartner, die rund um die Uhr erreichbar sind und Auskunft geben. Zum Beispiel das Giftinformationszentrum Nord ist im Notfall erreichbar unter der Telefonnummer 0551 / 19240.