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Turmfalken willkommen

Freileitungsmaste bieten sichere Nistplätze für bedrohte Vogelarten. NABU und Stromnetz Hamburg fördern gemeinschaftlich den Artenschutz

Mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) wurde heute am Hochspannungsmast der Leitung 42/43 in Hamburg Stellingen ein Turmfalken-Nistkasten angebracht. Dafür bestiegen zwei Hochspannungs-Techniker von Stromnetz Hamburg einen der Masten auf einer Höhe von 20 Meter. Strommasten bieten sich für diese speziellen Vogelarten als alternative Nistplätze in entsprechender Höhe an. Der Turmfalke ist ein Bodenjäger, nistet aber gerne auf Kirchtürmen oder ähnlich hohen Gebäuden. Als Halbhöhlenbrüter stehen ihm jedoch immer weniger „natürliche“ Nistmöglichkeiten zur Verfügung.

In Hamburg ging der Bestand der attraktiven kleinen Falken stark zurück – weshalb er im Jahr 2018 in der Roten Liste Hamburgs (2018) von der Vorwarnliste in die Kategorie 2 (stark gefährdet) hochgestuft wurde. Der Hamburger Bestand beläuft sich auf etwa 100 Paare. Die Rückgänge sind insbesondere im inneren Stadtgebiet aufgetreten. Der NABU Hamburg hat mit Stromnetz Hamburg in den letzten Jahren mindestens sieben Kästen platziert – Eidelstedt, Niendorf, Schenefeld und Osdorfer Feldmark. Einige sind bereits im ersten Jahr der Anbringung von den Turmfalken angenommen worden.

„Gebäudebrüter wie der Turmfalke haben es zunehmend schwer in Hamburg. Es gehen einfach zu viele Brutplätze verloren. Dabei kann gerade diesen Vogelarten mit Ersatzquartieren schnell geholfen werden“, sagt Marco Sommerfeld Vogelschutzexperte beim NABU Hamburg. „Ich hoffe, dass wir den Artenschutz gefährdeter Arten gemeinsam mit Stromnetz Hamburg weiter voranbringen können. Die Zusammenarbeit der letzten Jahre hat sich als Gewinn für den Turmfalken erwiesen.“

Thomas Volk, Geschäftsführer Stromnetz Hamburg GmbH ergänzt: „Gerne unterstützen wir die regionale Arbeit des NABU und bieten unsere Hochspannungsmasten als Quartiere an. Damit können wir einen kleinen Beitrag für bedrohte Vogelarten leisten. Die letzten Jahre haben an anderen Standorten in Hamburg erfolgreich gezeigt, wie schnell die Nistkästen in luftiger Höhe von über 20 Meter angenommen wurden. Eine gute Chance die Populationsdynamik von Turmfalken zu stärken.“

Hintergrund: Turmfalken können keine eigenen Nester bauen, sie brauchen alte Vogelnester, die groß genug sind, wie z.B. solche von Krähen, oder Hohlräume in Gebäuden. Früher war in jedem Kirchturm ein (Kirch-)Turmfalkenbrutpaar heimisch. Sie leben gern als Kulturfolger in der Nähe mäusereicher Felder und Wiesen, aber auch in Siedlungen und Städten, weil sie dort oft gute Brutplätze finden. In ländlichen Gegenden gibt es oft eine ausreichende Menge an Nahrung, vor allem tagaktive Kleinsäuger, Großinsekten und Jungvögel, doch es mangelt an geeigneten Brutplätzen. In der Stadt ist es eher andersherum.

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