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NABU: Haussperlinge werden immer seltener in Hamburg

vogelbeobachtung4_kleinVom 13. bis 15. Mai waren Naturliebhaber wieder bundesweit aufgefordert, Gartenvögel zu beobachten und dem NABU zu melden. In Hamburg beteiligten sich 798 Menschen an diesem Citizen Science-Projekt und zählten 13.977 Vögel. Bundesweit reichten fast 50.000 Teilnehmer/innen ihre Beobachtungen ein. In Hamburg bleibt die Amsel an der Spitze der häufigsten Vogelarten. Ihr folgen Kohlmeise, Blaumeise und Ringeltaube. An fünfter Stelle steht der Star, der es erstmals unter die Top 5 geschafft hat. Auch bundesweit konnte diese Art in allen Gärten häufiger beobachtet werden. Der Haussperling dagegen rutschte ab auf Platz 6 und bestätigt damit den negativen Bestandstrend der letzten Jahre. Dort wo er noch brütet, sind Nistkästen eine sinnvolle Hilfe für diesen Gebäudebrüter. Eine sehr positive Entwicklung verzeichnet der Buntspecht. Er ist mittlerweile in jedem dritten Hamburger Garten anzutreffen, 2011 war es noch jeder fünfte. Sehr selten anzutreffen ist der Stieglitz, Vogel des Jahres 2016. Er wurde insgesamt nur 12 Mal gesichtet. Keine Überraschung für Ornithologen: „Der Stieglitz benötigt abwechslungsreiche Landschaften mit Wildblumen, Gräsern und Kräutern. Das ist in vielen Gärten und Parks nicht vorhanden“, erklärt Marco Sommerfeld, Referent für Vogelschutz beim NABU Hamburg. „Zu den typischen Gartenbewohnern zählen Amsel, Kohlmeise, Blaumeise und Rotkehlchen. Sie sind in 75% der Gärten anzutreffen. Diese Arten profitieren von Nistkästen und fühlen sich in der Nähe von Menschen durchaus wohl.“  In der deutschlandweiten Auswertung sind die beiden Flugkünstler Mehlschwalbe und Mauersegler die Verlierer der „Stunde der Gartenvögel“. Mit Platz elf bei der Mehlschwalbe und Platz zwölf beim Mauersegler setzt sich der Abwärtstrend der vergangenen Jahre fort. Seit Beginn der Laien-Vogelzählung ist in den vergangenen zehn Jahren ein Rückgang um 41 Prozent bei der Mehlschwalbe, beim Mauersegler sogar um 45 Prozent, zu beobachten. Spitzenreiter bleiben Haussperling, Amsel und Kohlmeise mit den Plätzen eins bis drei. Insgesamt beteiligten sich fast 50.000 Menschen an der Citizen-Science-Aktion von NABU, NAJU und ihrem Partner, dem Landesbund für Vogelschutz (LBV).  „Mauersegler und Mehlschwalbe sind typische Siedlungsvögel und brüten fast ausschließlich in Städten und Dörfern, so dass die Ergebnisse für den gesamten Bestand in Deutschland sprechen“, sagte NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.  „Ein Grund ist der Verlust von Brutplätzen an gedankenlos renovierten Häusern, zum Teil sogar mutwilliger und illegaler Zerstörung von Nestern. Zum anderen aber spielt sicher auch der Rückgang ihrer Fluginsektennahrung eine wichtige Rolle“, so Lachmann weiter. Der NABU beobachte allgemein einen alarmierenden Rückgang von Fluginsekten in den vergangenen 15 Jahren, so sei die Abnahme beider Arten nur eine logische Konsequenz. „Sie ernähren sich vom sogenannten Luftplankton, also von durch den Wind aus einem großen Einzugsgebiet in hohe Luftschichten verfrachteten und dort gleichmäßig verteilten Insekten“, so Lachmann.  Für die gleiche Menge an Futter müssten sie nun fünfmal so weit fliegen. Sie können nicht wie andere insektenfressende Vögel geziel t Stellen aufsuchen, an denen noch genügend Insekten leben. Insekten werden weniger durch die intensive und flächendeckende Verwendung von Insektengiften in der Landwirtschaft, teilweise kommt Gift auch in Gärten und öffentlichem Grün zum Einsatz.  Insbesondere eine neue Generation von Insektengiften, sogenannte Neonicotinoide, stehen im Verdacht, den massiven Rückgang in den vergangenen 15 Jahren  beschleunigt zu haben, da deren zunehmende Verwendung mit dem zeitgleich beobachteten Zusammenbruch der Insektenbestände zusammenfällt. Vor diesem Hintergrund fordert der NABU eine echte ökologische Agrarreform und weniger Gift in der Landschaft sowie einen Verzicht auf Gift im Garten. Mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ engagiert er sich für Nistmöglichkeiten.  Positiv ist das „Comeback“ des Stars, der Rang vier belegt. In diesem Jahr erreichte er mit 2,64 Vögeln pro Garten wieder Bestwerte, nachdem die vergangen Jahre leicht rückläufig waren. Möglicherweise hat der besonders milde Winter diesem Kurzstreckenzieher geholfen. Er überwintert bereits im Westen Deutschlands, in den Benelux-Ländern, Frankreich und in Großbritannien. Der Stieglitz, Vogel des Jahres 2016, konnte in jedem achten Garten beobachtet werden und belegt Rang 25 und damit die beste Platzierung seit Beginn der Vogelzählung. Diese größere Bekanntheit durch seine Kür zum Jahresvogel kann der bunte und beliebte Stieglitz gut gebrauchen, da er in den vergangenen 25 Jahren erhebliche Bestandseinbußen hinnehmen musste.  Ein Grund ist der Rückgang von Wildblumenwiesen, von dessen Samen er sich ernährt. In diesem Jahr wurde ein Rekord gebrochen: Mit 11,56 verschiedenen gemeldeten Arten pro Garten konnte der bisherige Spitzenwert bei der „Stunde der Gartenvögel“ erreicht werden. „Diese Entwicklung seit Start der Aktion zeigt, dass die Menschen die Vögel in ihrem Garten immer besser kennen und auch seltenere Arten bestimmen können. Darüber freuen wir uns sehr, weil es ein wichtiges Ziel der Aktion ist: Bewusstsein für die Natur vor der Haustür schaffen. Nur wer die Natur in seiner Umgebung kennt, kann sie auch schützen“, so Lachmann.Informationen zur Aktion unter www.stundedergartenvoegel.de

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