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NABU bittet beim Laubkehren um Rücksichtnahme auf die Tierwelt im Boden

Igel Es geht so schön schnell und einfach: Immer häufiger werden Laubbläser und Laubsauger eingesetzt, um das Herbstlaub von Beeten, Rasen und Büschen zu entfernen. Die Geräte arbeiten zwar einfach und effizient, ihre Auswirkungen aber sind gravierend: Sie zerstören Lebensraum und töten Kleintiere.  Jetzt im Herbst wirbeln bunt gefärbte Blätter durch die Luft und bedecken Rasenflächen, Blumenrabatte und Bürgersteige. „Zur Beseitigung des Herbstlaubes kommen zunehmend Laubsauger und Laubbläser für eine ökologisch fragwürdige Gartengründlichkeit zum Einsatz“, bedauert Krzysztof Wesolowski, Biologe und Umweltpädagoge beim NABU Hamburg. Mit Laubbläsern lässt sich Laub bis in den hintersten Winkel des Gartens oder der Grünanlage beseitigen. Laubsauger gehen noch einen Schritt weiter: Sie beseitigen das Laub nicht nur, sondern häckseln die darin lebenden Kleinlebewesen regelrecht und verletzen größere Tiere. Der NABU appelliert jetzt an Hamburgs Bürger und Bürgerinnen, zumindest einen Teil des Herbstlaubs auf Beeten und unter Büschen liegen zu lassen, denn es ist ein guter Dünger für den Boden und ein wichtiger Lebensraum für Tiere. Lediglich auf Wegen solle wegen der Verkehrssicherheit das Laub gekehrt werden, wenn möglich mit Besen und RechenDie Leistungsstärke von Laubsaugern ist nicht zu unterschätzen. Sie können Laub, Gras, Tannenzapfen und Abfall bis hin zu Getränkedosen aufsaugen. Für den Sog werden Luftgeschwindigkeiten bis zu 160 Stundenkilometern und Saugleistungen von etwa zehn Kubikmeter pro Minute erzeugt. Wesolowski: „Damit besteht eine akute Gefährdung der Kleinlebewesen, die den Boden und die Krautschicht bewohnen. Käfer, Spinnen, Tausendfüßer, Asseln und Amphibien können sich kaum dem Turbo-Blas- bzw. Saugstrom widersetzen.“ Laubsauger verletzen die größeren und verschlingen die kleinen Tiere bis hin zu Fröschen und Molchen. Bei Laubsauggeräten mit Häckselfunktion werden sie meist im gleichen Arbeitsgang zerstückelt. Auch für Kleinsäuger ohne Fluchtverhalten wie Igel und ihre Jungen sind diese modernen Geräte lebensbedrohlich. „Für den Naturschutz sollte auf klinisch laubfreie Gärten und Grünanlagen, die den Tieren ihre Lebensgrundlage entziehen, verzichtet werden“, erklärt der Biologe vom NABU. L! ärm von 106 bis 112 Dezibel stört im Übrigen die Nachbarschaft, und die Verbrennungsmotoren der Geräte stoßen darüber hinaus gesundheitsschädliche Abgase wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus. Der NABU appelliert an Gartenbesitzer und Stadtgärtnereien, auf Laubsauger zugunsten der Wildtiere zu verzichten oder zumindest den Einsatz zu minimieren. Auf kleineren Flächen reichten Besen und Rechen für die Beseitigung des Laubs aus. (Foto: NABA/Bernd Kunz) Tipps zum naturnahen Gärtnern gibt es unter www.NABU-Hamburg.de/gartentipps

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