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Gymnasium Farmsen startet Partnerschaft mit Schule in Tansania

Tanzania40 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Farmsen stehen im Lehrerzimmer der Schule und schauen gespannt auf die Projektionsfläche auf der gegenüber liegenden Wand. Mit ihnen warten dort Schulleiter Peter Geest sowie ihre Lehrerinnen und Lehrer Herr Böhm, Herr Buhrz, Herr Bühring, Frau Hitzinger, Frau Krüger und Frau Stahlmann, die ebenfalls mindestens genauso gespannt sind.

Die Gruppe ist zu einem Skype Chat  mit der Chang’ombe Secondary School in Dar Es Salaam, der größten Stadt in Tansania und seit 2010 Partnerstadt Hamburgs, verabredet.

Nach einigen weiteren Minuten des Wartens ertönt plötzlich das Wählsignal, die Verbindung wird hergestellt, Gesichter erscheinen auf der Projektionswand. Schulleiterin Daina Matemu ergreift das Wort, sie ist umringt von mehreren Lehrerinnen und Lehrern sowie einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern, die genauso gespannt scheinen wie ihrer Partnerinnen und Partner in Farmsen. Die Kommunikation bleibt spannend, nicht zuletzt dadurch, dass die Verbindung mehrmals unterbrochen wird. Grußworte werden ausgetauscht, Schülerinnen und Schüler stellen sich kurz vor, viele Gesichter lächeln und winken in die Kamera. Als sich die beiden Gruppen nach einer knappen halben Stunde voneinander verabschiedet haben, bleibt den Farmsenern noch länger das vielstimmige „Guten Tag!“ aus Dar Es Salaam im Ohr.

Der Skype Chat markierte den offiziellen Auftakt einer Projektpartnerschaft zwischen dem Gymnasium Farmsen und der Chang’ombe Secondary School. Am Gymnasium Farmsen lernen die Schülerinnen und Schüler des Bilingualen Oberstufenprofils im Rahmen des Projektes das Land Tansania intensiv kennen. An der Chang’ombe Secondary School lernen die Schülerinnen und Schüler Deutsch als Fremdsprache und für die Partnerschaft mit dem Gymnasium Farmsen wird gerade eine „Hamburg Group“ eingerichtet.

Ziel des Projektes ist zunächst vor allem, das Land und die Lebenswirklichkeit der Partnerschüler kennenzulernen. Im weiteren Verlauf der Partnerschaft werden die beiden Gruppen am Gymnasium Farmsen und der Chang’ombe Secondary School dann gemeinsam an einem größer angelegten Projekt arbeiten.

Ausgangspunkt des Projektes ist die gemeinsame Vergangenheit Hamburgs und Dar Es Salaams. Dar Es Salaam war von 1891 bis 1918 Sitz der deutschen Kolonialverwaltung Deutsch-Ostafrikas und die Stadt Hamburg war eines der Zentren des deutschen Kolonialhandels und der deutschen Kolonialpolitik.

In beiden Städten sind Spuren der deutschen Kolonialzeit auch heute noch an vielen Stellen mit bloßem Auge zu erkennen. Eine Aufarbeitung der eigenen Verstrickung in die deutsche Kolonialgeschichte hat in der Stadt Hamburg jedoch bisher nur sehr zögerlich stattgefunden. Dieses soll sich jedoch nun ändern: Im Juli 2014 beschloss der Senat der Stadt Hamburg, die Aufarbeitung der eigenen kolonialen Vergangenheit vorantreiben zu wollen. Hieran werden verschiedene Institutionen beteiligt, unter anderem die Universität Hamburg, an der gerade unter der Leitung von Prof. Jürgen Zimmerer die Forschungsstelle „Hamburgs postkoloniales Erbe. Hamburg und die frühe Globalisierung“ aufgebaut wird.

Dieser Aufarbeitung der gemeinsamen kolonialen Vergangenheit verschreiben sich auch die Schülergruppen des Gymnasiums Farmsen und der Chang’ombe Secondary School. Ab Frühjahr 2015 werden drei Hamburger Schulen (Gymnasium Farmsen, Stadtteilschule Eidelstedt, Goethe-Schule Harburg) und drei Schulen aus Dar Es Salaam gemeinsam an dem Projekt „Postkoloniale Erinnerungskulturen in Dar Es Salaam und Hamburg“ arbeiten. Das Projekt wird geleitet von Prof. Andreas Körber und Hildegard Wacker vom Arbeitsbereich Geschichtsdidaktik der Universität Hamburg. Ebenfalls beteiligt sind Lehramtsstudierende aus Hamburg und Dar Es Salaam. Vier Studierende aus Hamburg werden ab April 2015 das Projekt am Gymnasium Farmsen begleiten.

Für das Gymnasium Farmsen stellt die Projektpartnerschaft den Beginn einer Zusammenarbeit dar, verbunden mit dem Wunsch, längerfristig eine Schulpartnerschaft mit der Chang’ombe Secondary School aufzubauen.

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