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ADHS – Wirrwarr der Symptome

ADHS – die Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung. Nicht nur das Wort ist komplex und schwierig, sondern auch die Krankheit selber. Sie trifft – was selten nur ins Bewusstsein der Öffentlichkeit kommt – bei Weitem nicht nur Kinder und Jugendliche. In Deutschland sind Schätzungen zufolge auch mehr als zwei Millionen Erwachsene von ADHS erkrankt. Doch trotz der Komplexität der Krankheit gibt es erfreuliche Therapie-Erfolge.

„Es sind bei Weitem nicht nur Kinder und Jugendliche, die unter ADHS leiden“, betont der Münchner ADHS Experte Dr. med. Ulrich Rothfelder. Bei Erwachsenen tritt die Krankheit mit einer Häufigkeit von 2 bis 3% auf und bis zu 80% der im Kindesalter Betroffenen leiden auch noch als Erwachsene darunter. Unruhe, Unkonzentriertheit, Vergesslichkeit und emotionale Überreaktionen sind nicht die einzigen Symptome. Genauso zum Krankheitsbild gehören Menschen, die mitten im Alltag einfach „abschalten“, die scheinbar für eine gewisse Zeit die Verbindung mit der Realität verlieren. Auch diese „Träumer“ sind keine leistungsunwilligen Verweigerer, sondern leiden häufig einfach nur unter einer besonderen Ausprägung von ADHS.

Studie weist Vorteile einer medikamentösen Behandlung nach

Bei vielen Betroffenen findet sich in bestimmten Hirnregionen ein zu niedriger Pegel des Botenstoffs Dopamin. Er führt zu Störungen bei der Weiterleitung von Nervenreizen. Genau hier kann eine der wichtigsten Therapiesäulen von ADHS ansetzten, die Behandlung mit Methylphenidat (MPH). In der Vergangenheit wurden immer wieder Bedenken geäußert gegen eine medikamentöse Therapie – gefordert wurde ein Vorrang psychotherapeutischer Maßnahmen. Dass die medikamentöse Therapie einer rein psychotherapeutischen Behandlung jedoch deutlich überlegen ist, zeigt eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützte, pharmaunabhängige Studie1 der Universitätsklinik Freiburg. Nach etwa drei Monaten zeigte sich bei 75% der mit Methylphenidat behandelten erwachsenen ADHS-Patienten eine deutliche Verbesserung des Gesamtzustandes. Immer mehr Ärzte sind daher heute vom Nutzen einer medikamentösen Therapie überzeugt, deren Wirkstoff gezielt in die gestörte Dopamin-Regulation eingreift und zu einer spürbaren Normalisierung beiträgt. Ein Effekt, der übrigens bereits innerhalb kurzer Zeit, häufig schon nach der ersten Tablette spürbar wird – „als habe man einen Schleier weggezogen“, wie viele Patienten die Wirkung beschreiben.

1) Philipsen Alexandra, et. al. Effects of Group Psychotherapy, Individual Counseling, Methylphenidate, and Placebo in the Treatment of Adult Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder. A Randomized Clinical Trial. JAMA Psychiatry. 2015 Dec 1;72(12):1199-210. doi: 10.1001/jamapsychiatry.2015.2146.

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